Traditionelles
In indianischer Kultur gleich welcher Nation wurde (und wird auch heute noch) viel Wert auf Traditionen gelegt. Diese Traditionen konnten (und können) sich allerdings von Nation zu Nation teilweise drastisch unterscheiden. Die beste Art, das wahre Wesen der unterschiedlichen Stämme kennenzulernen, ist natürlich, selbst dorthin zu reisen und mit den Menschen persönlich zu sprechen. Im Normalfall ist es kein Problem, auch heute noch Menschen zu finden, die sehr gerne über die Traditionen und den kulturellen Hintergrund ihres Stammes Auskunft geben.
Gerade in Europa ist oftmals das erste, was einem in den Sinn kommt, wenn man an Traditionen indianischer Nationen denkt, das "Powwow" (Ein Begriff, der sich erst im 18. Jahrhundert durchsetzte, zum einfacheren Verständnis belasse ich es hier jedoch dabei), eine Veranstaltung, bei der man Freunde und Verwandte trifft, gemeinsam feiert, ißt und - was wohl am augenfälligsten bei diesen Veranstaltungen ist - in meist sehr farbenfroher Tracht tanzt.

Dabei waren und sind solche Powwows jedoch nicht vornehmlich Tanzfeste, vielmehr sind sie vor allem Treffpunkt für die Gemeinschaft. Mehr oder weniger weit entfernte Verwandte treffen sich in locker gemütlicher Runde, Beziehungen werden geknüpft bzw. gestärkt, kurz, das ganze soziale Netzwerk einer solchen Gemeinschaft wird durch solche Veranstaltungen gestärkt.
Und natürlich wurden - und werden - solche Feste nicht ausschließlich stammesintern abgehalten, auch gemeinsam mit anderen Stämmen der gleichen Nation bis hin zu gemeinsam mit verschiedenen Nationen wurden und werden solche Feste veranstaltet. Nicht bei allen Veranstaltungen sind Aussenstehende gern gesehene Gäste. Einige dieser Powwow sind nur für Mitglieder der entsprechenden Gemeinschaft vorgesehen, bei manchen sind auch besonders geladene Gäste willkommen, andere lassen auch außenstehende Besucher zu. Das wohl bekannteste, bei dem auch außenstehende zugelassen sind, ist das Gathering of Nations in Albuquerque.
Da gerade diese Tänze aber eben auch spirituellen Hintergrund haben, wird es durchaus kritisch gesehen, wenn Außenstehende sich einfach auch bunte Outfits erstellen und lostanzen, obwohl sie gar nicht in dieser Tradition verwurzelt sind, und erst recht, wenn diese Außenstehenden dann sogar eigene Veranstaltungen organisieren und meinen, damit eine Kultur aufrecht zu erhalten.
Ja, Reennactors und "Hobbyisten" sind meist sehr akribisch darin, Kleidung und Gebrauchsgegenstände möglichst genau der entsprechenden dargestellten Epoche nachzustellen, eine Kultur zu LEBEN umfasst jedoch deutlich mehr. Unter Indianern gleich welcher Nation wird es deshalb aber eben auch besonders kritisch gesehen, wenn Europäer - also diejenigen, deren Vorfahren versuchten, Indianer gleich welcher Nation komplett auszurotten, ihnen Ihre Sprache, ihre Lebensart, ihre Traditionen verboten, versuchten, alles auszulöschen, was irgendwie mit ihrer Kultur zusammenhing - nun plötzlich ganz begiereig sind, das nachzumachen, was vorher so verpönt und verboten war, was teilweise auch so weit geht, dass "Zeremonien" nachgeahmt und/oder als "echt indianisch" vermarktet um nicht zu sagen ausgebeutet werden.
Am Wochenende auf irgendeiner Wiese in bunten Klamotten rumzuhüpfen, die man erstellen konnte, weil man eben genug Geld/Ressourcen dazu hat, ist nunmal nicht dasselbe, wie in einer Kultur zu leben mit allen schönen, aber eben auch mit allen "nicht so schönen" Aspekten.
Jedes Powwow für sich ist einzigartig und jede Nation hat traditionell eigene Tänze. Die Wampanoag z.B. pflegen auch heute noch einen sogenannten “Peace Pipe Dance”, bei dem die Tänzer auch immer wieder die Form der ach so berühmten Friedenspfeife nachahmen, und der natürlich bei Nationen, die solche langen Pfeifen nicht verwendeten, auch völlig unbekannt war. Dafür ist bei den Irokesen z.B. der “Smoke Dance” traditionell verankert und bei Apachen sieht man oft den “War-” oder “Shield-Dance.
Und wer ein bisschen genauer hinsieht, der entdeckt dann auch die regionalen Unterscheide und Besonderheiten der einzelnen Nationen. Denn diese spiegeln sich dann in den Mustern der Trachten wieder. So sind z.B. die Muster der "Waldindianer" sehr floral angelegt mit wenig geraden Linien, bei "Plainsindianern" herrschen geometrische Formen vor und Nationen des Nordwestens mit Ihrer Nähe um Ozean integrieren Formen, die an Meeresbewohner wie Wale erinnern. Aber selbst wenn man nur allein die Gruppe der Puebloindianer betrachtet (deren Lebensraum ist hauptsächlich das heutige New Mexico und Arizona), so haben die heutzutage noch existierenden 19 verschiedenen Pueblos auch erkennbare Unterschiede in der Farbgestaltung/der Form der Muster in ihrer Tracht.
Im Laufe der Zeit wurden nicht nur die Kontakte und Beziehungen zwischen den einzelnen Nationen stärker, bei gemeinsamen Powwows mischten sich auch teilweise einige Tanzstile bzw. es wurden Tänze aufgenommen, die ursprünglich aus anderen Nationen stammen. Dadurch kommt es, dass heutzutage zwar jede Nation ihre eigenen Tänze hat und grösstenteils auch pflegt, es haben sich aber einige Tänze herauskristallisiert, die bei den meisten heutigen Powwows mehr oder weniger zu finden sind.
Die meisten dieser Tänze werden in einem Kreis getanzt, da der Kreis die Einheit der Tänzer, die Einheit aller Festteilnehmer aber auch den Kreislauf des Lebens symbolisiert. Abgesehen von einigen eher statischen Tänzen folgen die Tänzer dabei der Kreislinie im Uhrzeigersinn und beginnen meist im Osten, da dies auch dem Verlauf der Sonne entspricht. Jedoch gibt es durchaus auch einige Tänze, die vornehmlich in eine Richtung, dann jedoch viermal hintereinander in die entsprechenden vier Himmelsrichtungen getanzt werden, bzw. ist z.B. der bereits erwähnte Smoke Dance der Irokesen einer der Tänze, die zwar im Kreis aber eben nicht mit sondern entgegen dem Uhrzeigersinn getanzt werden. Einige Kleidungsstücke, Verzierungen und/oder Accessoirs der Tänzer symbolisieren entweder besondere Ereignisse im Leben des Tänzers, haben religiöse Bedeutung oder haben ihren Ursprung in der Welt der Sagen und Legenden. Wurde früher entweder aus spirituellen Gründen oder einfach nur zum Spaß getanzt, so gibt es heutzutage bei vielen Powwows auch Wettbewerbe in den einzelnen Tanzkategorien.
Natürlich wurde auch gerne gegessen. Ich kann nicht gerade behaupten, eine begnadete Köchin zu sein. Normalerweise sage ich immer: “Ich kann nicht kochen, ich kann nur lesen.” Aber glücklicherweise gibt es ja deshalb für Leute wie mich auch eine Menge unterschiedlichster Rezeptbücher. Und so habe ich mal ein paar Rezepte ausprobiert, wie sie so (oder zumindest so ähnlich) auch früher von Indianern gekocht wurden.

Gab es im Laufe der Geschichte hunderte, um nicht zu sagen Tausende unterschiedliche indigene Nationen, so gibt es aktuell allein in USA über 500 anerkannte Nationen und in Kanada weitere über 600 "First Nation"s.
Zu den wohl bekanntesten gehören:

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