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Logo WolfHorse 250

Wer hat nicht schon mal davon geträumt, der Hektik des Alltags zu  entfliehen und einfach nur raus in die Natur zu gehen, fernab von  jeglichem Stress und Termindruck? Was eignet sich da besser als eine  Landschaft in ihrer ganz ursprünglichen Form nach Möglichkeit mehr oder weniger abseits der üblichen Touristenströme?

WolfHorse Outfitters bietet genau diese Möglichkeit. Joe Saenz, der Inhaber, ist nicht nur ein großartiger Wildnisführer, als Apache gibt er auch immer die Möglichkeit, Land und Leute aus der Sicht der Apachen zu sehen.

Er bietet sowohl Wander- als auch Reittouren an, hauptsächlich bucht man Joe aber für Reittouren. Dabei nimmt er maximal 4 - 5 Gäste mit, so dass er auf die individuellen Wünsche seiner Gäste eingehen kann und auch die Landschaft deutlich weniger belastet wird als bei größeren Gruppen. Jede Tour wird auf die individuellen Wünsche der Gäste zugeschnitten und selbstverständlich auch der entsprechenden Wetterlage angepasst, so dass keine Tour wie die andere ist. Joe bietet sowohl Halbtages- als auch Ganztages-Touren, solche Ausritte starten meist bei ihm zu Hause in der Nähe von Silver City, New Mexico, und führen dann in das nahegelegene Elk Refuge. Für mich viel interessanter sind allerdings die Mehr-Tagestouren durch die Gila Wilderness.

Übersicht abgedunkelt

 

Gila Wilderness

Die Gila Wilderness liegt eingebettet in den Gila National Forest im Süden New Mexicos nördlich von Silver City. Der Gila National Forest umfasst mehr als 13000 km², die Gila Wilderness bildet darin ein mehr als 2200 km² großes, möglichst unberührt belassenes Gebiet. Es  umfasst ganz unterschiedliche Vegetationszonen, wodurch Wander- oder Reittouren  dort sehr abwechslungsreich sind und sich aufgrund des großen Wegenetzes geradezu ideal für Rucksacktouristen oder Reitabenteurer eignen. Das  Areal ist geprägt vom Gila River mit verschiedenen Quellen und Bachläufen in sanften Hügeln, tiefen Schluchten, hohen Bergen und  wunderschönen Ebenen. Und da die Landschaft auch vulkanisch geprägt ist, gibt es sogar einige heiße Quellen, die durchaus zum Baden einladen.

War das Gebiet der heutigen Gila Wilderness einige Jahrzehnte lang auch für Rancher geöffnet, wurden Ende des letzten Jahrhunderts diese Rancher wieder ausgewiesen, vorher entlaufene Rinder eingefangen und umgesiedelt und das Gebiet als Wildnis ausgewiesen. Manchmal sieht man noch ein paar Überreste aus dieser Zeit in Form von liegen gebliebenem Stacheldraht oder alten Holzzäunen, aber glücklicher Weise nur noch vereinzelt, meist sieht man nichts ausser möglichst unberührte Natur Motorisierte Gerätschaften sind grundsätzlich nicht erlaubt, auch der Forest Service verrichtet seine Arbeiten wie z.B. die Instandhaltung des Wegenetzes nur mit manuell betriebenen Werkzeugen. Dabei sind natürlich die Wege am Rande der Wildnis und der Weg hinauf zum höchsten Berg der Gegend, dem Mogollon Baldy, auf dem sich eine Station des Forest Services zur Beobachtung der Wildfeueraktivitäten befindet, am besten instand gehalten. Je weiter man sich von diesen Bereichen entfernt hält, desto weniger gepflegt sind auch die Wege, was teilweise zu sehr abenteuerlichen und körperlich anstrengenden Herausforderungen für Menschen und Tiere führen kann.

Hindernisse

In unregelmässigen Abständen auftretende Wildfeuer sind für die Wildnis überlebenswichtig. Manche Baumarten brauchen die Hitze des Feuers, damit das Saatgut aufgehen kann, andere Pflanzen werden durch stark wachsendes Unterholz derart bedrängt, dass ein durchziehendes Feuer wieder das notwendige Gleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Pflanzenarten herstellt, so dass die große ursprüngliche Pflanzenvielfalt dieser Gegend auch erhalten bleibt.

LoeschflugzeugDie meisten Feuer entstehen durch Blitzeinschläge oder unvorsichtige Menschen, die achtlos Zigarettenkippen wegwerfen oder ihre Feuerstellen nicht unter Kontrolle halten. Nach Möglichkeit greift bei solchen Feuern der Forest Service auch nicht ein, sondern beobachtet den natürlichen Feuerverlauf nur. Sollten die Feuer aber zu groß werden oder aber bewohnten Bereichen zu nahe kommen, so schreitet der Forest Service ein, schlägt Schneisen, legt kontrollierte Gegenfeuer oder versucht die Brandherde mit Wasser oder geeigneten Chemikalien zu löschen. In diesen Fällen kann es dann auch vorkommen, dass man trotz allem Motorsägen oder Löschflugzeuge in der Wildnis hört und sieht.

Da aber die meisten Feuer gar nicht übermässig heiss brennen und auch nicht lange an einem Ort bleiben, wird der Boden im Normalfall nicht komplett sterilisiert, sondern die Pflanzenwelt erholt sich erstaunlich schnell wieder. Bäume sind oft genug nur im unteren Bereich vom Feuer betroffen, im oberen Bereich sind sie weiterhin grün und nur das Unterholz wurde eben Opfer der Flammen. Hier mal Bilder, die ein solches Feuer aktiv und unter Beobachtung und dann etwa 3 Monate nach einem solchen Feuer zeigen.

Feuer 2016gruene Baeume trotz Feuerneue gruene Pflaenzchen

In der Übergangszeit zwischen Feuer und neuem Pflanzenwuchs sind diese Gebiete natürlich besonders erosionsanfällig. Starke Regenfälle können dann den Boden wegwaschen und abgestorbene Baumstämme oft kilometerweit tragen. Besonders gefährlich sind solche Regenfälle natürlich in den Canyons. Nicht nur, dass dort plötzlich meterhohe Flutwellen talwärts rasen, diese Flutwellen führen nicht nur ohnehin abgestorbene Äste und Baumstämme mit sich, die gewaltigen Kräfte, die mit solchen Flutwellen einhergehen, knicken auch noch lebende Bäume ab oder schwemmen auch große Felsbrocken auf und führen auch diese mit sich. Sinkt der Wasserstand dann wieder, verhaken sich mitgeführtes Treibholz und Felsbrocken miteinander und hinterlassen so eine teilweise deutlich veränderte Landschaft ... mit neuen Herausforderungen für Mensch und Tier zwinker

Log Jam

 

Mehrtägige Reittouren

Hmmm ... wie beschreibt man nun solche Touren mit WolfHorse Outfitters durch die Gila Wilderness? Schließlich ist jede Tour einzigartig und individuell. Das Grundprinzip ist bei allen Touren gleich: morgens aufstehen, Pferde füttern, frühstücken, Pferde fertig machen und das Camp abbauen, reiten, kurze Mittagspause, weiterreiten, Lagerplatz suchen, Pferde versorgen, Lager aufschlagen, Abendessen und ab in den Schlafsack. Trotzdem ist eben auch keine Tour wie die andere. Andere Wege, andere Wetterbedingungen, andere Erlebnisse etc. Und selbst innerhalb einer Tour ist allein aufgrund der sehr abwechslungsreichen Landschaft kein Tag wie der andere. Bisher habe ich vier mehrtägige Reittouren mit Joe gemacht, die erste war für fünf Tage (orange Linie), die anderen  waren jeweils 10-Tage-Touren.

Karte Gila Topo zusammenstellung kl

Gila Cliff Dwellings1Die meisten seiner mehrtägigen Touren startet Joe in der Nähe der Gila Cliff Dwellings. Das sind die Überreste einer Wohnsiedlung der sog. Mogollon, einer indigenen Völkergruppe, die im 12./13. Jahrhundert. in dieser Gegend gelebt haben und zu den Vorfahren der heutigen Pueblo-Indianer zählen.

Von dort aus geht es über die unterschiedlichsten Wege in die Wildnis. Liegen die Gila Cliff Dwellings noch in einer wüstenartigen Vegetationszone mit Kakteen, Pinion-Bäumen und Agaven bei einer Meereshöhe von ca. 2000 m, erstreckt sich die Wildnis aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen über verschiedene Vegetationszonen bis hin zum bereits erwähnten Mogollon Baldy, der höchsten Erhebung in der Wildnis mit einer Meereshöhe von ca. 3300 m, mit Kiefern, Fichten, Espen und ähnlichen Gehölzen.

IMGP4684Das Gelände ist durchaus anspruchsvoll für Ross und Reiter, steile Hänge, steinige, felsige Böden, zugewachsene oder durch Baumbruch versperrte Wege sorgen immer wieder für neue Herausforderungen. Deshalb sollte man bei solchen Reittouren mit Joe auch keine wilden Gallopp-Passagen erwarten, die Hauptgangart ist Schritt, nur wenn das Gelände es zuläßt wird auch mal getrabt.

Wie kraftraubend solche Touren für die Pferde sind, sieht man auch daran, dass die Pferde trotz täglicher Fütterung von extra mitgeführtem Kraftfutter deutlich an Gewicht verlieren. Trotzdem muss man nicht unbedingt erfahrener Reiter sein. Joes Pferde sind so anfängerfreundlich und leichtgängig, dass man ganz entspannt die Tour genießen kann, selbst wenn man vorher noch keinerlei Reiterfahrung hatte.

Auch die Übernachtung mitten in der Wildnis ohne all die Annehmlichkeiten unseres sog. Zivilisation oder die 6 - 8 Stunden im Sattel täglich brauchen niemanden zu schrecken. Meine Jahre als Reiterin sind schon längere Zeit vorbei und auch ich spüre immer öfter, dass mein Körper den Zenit seiner Leistungsfähigkeit deutlich überschritten hat. So hatte ich vor meiner ersten Tour mit WolfHorse Outfitters durchaus befürchtet, bei so vielen Stunden im Sattel mächtig Muskelkater oder ähnliches zu bekommen. Auch was das Schlafen angeht gehöre ich eigentlich eher zu den Empfindlichen und bei einer Nacht in nicht optimalem Bett bin ich morgens oft gerädert. Aber nichts derartiges ist bei irgendeiner dieser Reittouren  passiert. All meinen Befürchtungen zum Trotz habe ich selten so gut und bequem geschlafen wie gerade bei diesen Reittouren. Und das liegt bestimmt nicht daran, dass ich völlig k.o ins Bett gefallen wäre. Die verwendeten Westernsättel sind echt bequem, das gleiche gilt für die Schlafunterlage. Da wir mit Pferden unterwegs waren, brauchten  wir keinerlei Luftmatratzen oder Isomatten, einfach nur eine Plastikplane auf den Boden, die Satteldecken drauf (mit der Seite, die sonst zum Pferd zeigt, natürlich nach unten, damit man  nicht in Pferdehaaren schläft), Schlafsack darüber ... fertig!. Die Satteldecken polstern Unebenheiten im Boden völlig ab und lassen einen in jeglicher Position wirklich bequem schlafen.

... aähm ... Planee auf den Boden, Satteldecken drauf, Schlafsack drüber, fertig? ... Yep, genau so! ...Selbstverständlich hatte ich vor Antritt meiner ersten Tour auch die “Equipment List” von Joes Webseite gelesen. Dort heisst es u.a., dass z.B. ein Zelt “mitbenutzt” werden könne. haumichwech ... toller Witz ... Beim Packen der Sattel- und Packtaschen war mir zwar kein Zelt explizit aufgefallen, aber da dachte ich noch, vielleicht einfach nur dran vorbei geguckt zu haben. Als wir dann aber das erste Camp aufschlugen, war auch beim besten Willen kein Zelt zu finden.

Tja, Joe meint es eben ernst, wenn er von “minimal impact” spricht. “Apache-Style reisen” bedeutet auch in Bezug auf das Nachtlager “weniger ist mehr”. Da wird nur das Nötigste mitgenommen und Zelte sind in den Augen der Apachen nicht  wirklich nötig. Der Nachthimmel New Mexicos gilt als einer der dunkelsten, weshalb es gerade dort einfach großartig ist, unter freiem Himmel zu liegen und über sich all die Sterne leuchten und manchmal auch Sternschnuppen zu sehen.  ... Aber keine Sorge, sollte sich Regen ankündigen, baut Joe auch ein passendes Regendach zwischen den Bäumen auf.

Reittour mit Joe Saenz SchlafsaeckeLager mit Regenschutz

So ein “Regendach” anstelle eines Zeltes hat nicht nur den Vorteil, dass man jederzeit auch die Gegend geniessen kann, die Plane kann zur Not auch anderweitig verwendet werden, ist klein zu verpacken und somit vielseitiger und praktischer als ein Zelt. Denn auch das sollte man bei Touren mit WolfHorse Outfitters beachten: Lieber weniger, dafür vielseitig nutzbare Gegenstände mitnehmen, denn alles, was man mitnimmt, muss man auch die ganze Zeit über schleppen.

Womit wir gleich beim nächsten Thema wären: Essen. Nein, Touren mit WolfHorse Outfitters sind kein “Dschungelcamp von RTL nur ohne Fernsehkameras”. Wenn man mit Joe unterwegs ist, gibt es gutes Essen und davon reichlich. Morgens Burritos oder Tamales, mittags kleine Snacks in Form von Nüssen, Trockenfrüchten, , Jicamas, Sellerie, Krackern, Salami, Käse, Trockenfleisch u.ä. und abends wird am Lagerfeuer gekocht: Reis mit Gemüse, Spaghetti Bolognese, Rippchen, Indian Tacos u.v.m.- Und zu jeder Mahlzeit gibt es frische Früchte wie z.B Orangen, Grapefrucht oder Melonen.

LunchpauseBologneseMelonen

Und was sieht man auf solchen Touren alles? ... Gegend. Gaaaaaanz viel Gegend ... verschiedene Tiere und noch mehr Gegend. Hier ein paar Fotogalerien:
 

Galerieeingang Wilderness

Galerieeingang Gila Wildlife

Galerieeingang Gila blueht

Galerieeingang Am Himmel

Galerieeingang Mensch und Tier

Gila Wilderness

Gila Wildlife

Gila blüht

Am Himmel

Mensch und Tier

 

Tagesritte

Für alle, die entwieder nicht genug Zeit mitbringen, oder sich längere Ritte mit Übernachtung nicht zutrauen, bietet Joe auch Halb- oder Ganztagesritte an. Auch hier ist die Teilnehmerzahl auf 4 - 5 Gäste begrenzt, die Tagesritte starten Tagesrittjpgallerdings nicht in der Nähe der Gila Cliff Dwellings, sie starten gleich bei Joe zu Hause. Nach ein paar Minuten an nicht allzu stark befahrener Strasse erreicht man das Elk Refuge Reserve, ein Naturschutzgebiet, dass viele Wander- und Reitwege bietet.

Das Elk Refuge ist bei weitem nicht so wild und zerklüftet wie die Gila Wilderness, hat aber doch auch einen ganz besonderen Reiz. Geprägt durch offenes Grasland findet man aber auch kleine Wasserläufe und dichtere Baumbestände.

Bei manchen Ausritten trifft man auch eine Herde Elk oder ein paar Wildpferde, Joe kennt aber auch verschiedene Stellen mit Petroglyphs, wie z.B. der Libelle, die dem passenden Wanderweg dazu den Namen “Dragonfly trail” gab, oder einem kleinen Fuss.

Da Joe sein Unternehmen allerdings alleine betreibt, sollte man auch solche Tagesritte ebenso wie die Mehrtagesritte besser frühzeitig mit ihm absprechen und buchen, ansonsten kann es gut sein, dass er sich gerade auf der ein oder anderen Reittour befindet und somit die Anfrage für eine neue Tour erst später bis vielleicht schon zu spät ihn erreicht.
 

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