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Futelgrafik


Bisher habe ich insgesamt drei Rundreisen durch New Mexico und Arizona unternommen. Führte mich die Reise 2005 nur durch die eher nördlich gelegenen Regionen von New Mexico und Arizona, also so von Santa Fe über Petrified Forest bis hin zum Grand Canyon und dann über Monument Valley und Mesa Verde wieder zurück, so habe ich auf den Rundreisen 2008 und 2013 sowohl den Norden als auch den Süden bereist. Im Sommer diesen Jahres ist allerdings die vierte Tour geplant. All die Jahre habe ich meinen Kindern immer wieder von diesem Land vorgeschwärmt, nun wird es Zeit, dass sie das auch mit eigenen Augen sehen können.

Übersicht abgedunkelt mit Reiserouteklein

Karte Rundtour beschriftet g

Uebersicht Rundtour 2016 kl

2008

2013

2016

Hier mal ein paar Anregungen, was man ausser Reittouren in der Gila Wilderness noch so machen / sich anschauen kann:

Galerieeingang Canyon de Chelly

Galerieeingang Chaco Canyon und so 2

Galerieeingang White Sands

Galerieeingang Taos 2

Galerieeingang Page

Galerieeingang Albuquerque

Canyon de Chelly

Chaco Canyon,
Bandelier und
Mesa Verde

Carlsbad Caverns
White Sands

Taos und
Umgebung

Page und
Umgebung

Acoma und Albuquerque

 

Canyon de Chelly National Monument

Der Canyon de Chelly (gesprochen  “de-schey”) liegt im Nordosten Arizonas. Was so allgemein unter dem Namen  Canyon de Chelly zusammengefasst wird, sind streng genommen zwei Im Canyon de ChellyCanyons und zwar der eigentliche Canyon de Chelly und der Canyon del Muerto.  Dort wo beide Canyons zusammen kommen, sind die Felswände nur wenige  Meter, weiter im Inneren des Canyons teilweise mehr als 300 m hoch. Abgesehen von seiner historischen und archäologischen Bedeutung besticht der  Canyon vor allem durch seine bizarren Felsformationen und fruchtbaren  Talregionen. Er ist zwar bei weitem nicht so groß wie der Grand Canyon, jedoch hat er auch seine Reize und ist deutlich weniger touristisch überlaufen. Und auch, wenn er nicht so imposant ist, wie der Grand Canyon, so fand ich persönlich ihn sogar schöner.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Canyon de Chelly zu erkunden. Angeboten werden Jeep-Touren (sogenannte Shake´n´bake Touren, weil man mit bis zu 20 Touristen auf einem Jeep zusammengepfercht ist, mächtig durchgeschüttelt wird und dabei in der Sonne brät.), man kann Reittouren, aber auch Wandertouren buchen. Auch gibt es eine Strasse am Canyonrand entlang, die man mit dem eigenen Auto befahren und an verschiedenen Aussichtspunkten dann in den Canyon hineinschauen kann. Das ist aber mehr was für die Touristen, die nur ganz schnell durchreisen und so auch an Canyon de Chelly das Häkchen “gesehen” machen können. Ich habe es vorgezogen, zusätzlich zu dieser Tour den Canyonrand entlang auch eine 4-stündige Wanderung zusammen mit einem Navajo  bis runter an den Boden des Canyons zu machen. Wer immer in den Canyon hinein möchte (also nicht nur die Strasse aussen an der Canyonkante entlang fahren), braucht nicht nur die Erlaubnis der Navajo, er/sie braucht auch einen ortskundigen Navajo-Führer. Zum einen, weil die Wege dort nicht extra touristenfreundlich gekennzeichnet sind und Touristen sich somit verlaufen könnten, zum anderen gibt es auch verschiedene Stellen mit Treibsand, wo trotz ortskundigen Führern jedes Jahr auch immer wieder Jeeps stecken bleiben und manchmal auch komplett versinken.

Historisch gesehen ist der Canyon de Chelly eng mit dem Namen Kit Carson verknüpft, denn er hatte den Ruf, unerbittlicher Indianerkämpfer zu sein, und man heuerte ihn deshalb an, um die Navajos aus dem Canyon zu vertreiben. Hampton Sides hat Kit Carson und seiner Bedeutung für die Eroberung des Westens ein Buch gewidmet mit dem Titel “Blood and Thunder”, welches natürlich auch auf die Geschehnisse um den Canyon de Chelly eingeht.

Unter anderem wird in diesem Buch eine Begebenheit erzählt, wo sich etwa 300 Navajos auf  einer Felsformation namens Fortress Rock vor weissen Soldaten Fortress Rockversteckt haben. Da die Indianer den Felsen mit Hilfe von in den Fels gehauenen  Kletterhilfen und Leitern, die sie hinter sich ebenfalls auf den Felsen  gezogen haben, erklommen hatten, hatten die Soldaten keine Ahnung von  der Anwesenheit der Navajos. Diese hatten alles, was sie an Vorräten  mitnehmen konnten, ebenfalls auf den Felsen geschafft und konnten nun  durchaus einige Zeit unentdeckt auf dem Felsen zubringen. Eines Nachts  wurden allerdings die Wasservorräte knapp und sie haben sich an Seilen  die Felswand herunter gelassen und, obwohl Soldaten direkt neben der am  Fuß des Felsens befindlichen Quelle saßen, genau dort ihre Wasservorräte wieder aufgefüllt, ohne auch nur im Geringsten dabei entdeckt zu  werden.

Diesen Ort wollte ich mir genauer ansehen und habe deswegen auch die  Wandertour in den Canyon hinein gebucht. Ich  hatte das Glück mit Adam Teller von Antelope House Tours einen Führer gewählt zu haben, der mit der Geschichte des Canyons und  der Navajos bestens vertraut ist und auf jegliche Fragen auch gerne  Auskunft gibt. Im  Internet hatte ich nur Gutes über Adam Teller gefunden, also warum nicht mit ihm wandern? Zu meinem größten Erstaunen stellte sich dann sogar  heraus, dass auch Hampton Sides genau mit Adam den Canyon erkundet und  von ihm all die Geschichten über die damalige Zeit aus Sicht der Navajos gehört hatte. (Deswegen findet man Adam auch bei den Danksagungen im Buch erwähnt) - Tjaja, wie klein die Welt doch manchmal ist...

Was man meinen Fotos jedoch leider nicht ansieht, ist, wie steil es dort bergauf und bergab ging. Der steinige Boden ist zwar durch die Rillen sehr trittfest und überhaupt nicht rutschig, aber mit Adam ging es eben relativ gradlinig diese Felsen steil bergab und später auch wieder bergauf. Als wir uns vor der Wanderung trafen, dachte ich noch “na, der ist aber klein und schmächtig, da sollte ich auf der Wanderung ja locker mithalten können”. Bergab lag ich damit auch gar nicht so falsch. Bergauf jedoch geht Adam offensichtlich mit exakt dem gleichen Tempo wie bergab ... ich nicht big_schwitz.

 

Chaco Canyon

Ein weiteres lohnenswertes Ziel ist Chaco Canyon im Nordwesten New Mexicos.Pueblo Bonito Gerade für Indianer hat dieser Ort etwas Besonderes, ja  geradezu Magisches. Man sollte allerdings hier keine enge, tiefe Schlucht erwarten, vielmehr handelt es sich um eine große, mehr oder weniger Ebene, die einst von Anasazi besiedelt war, so dass man auch heute noch Überreste ihrer Wohnstätten u.ä. hier finden kann. Touristen werden mit dem eigenen Fahrzeug über einen Rundweg geleitet. An verschiedenen Stellen dieses Rundweges befinden sich Parkmöglichkeiten, so dass man auch aussteigen und sich diese Ruinen anschauen kann.  Bei einigen dieser Ruinen gibt es kleine Heftchen, die das wichtigste  dieser Ruinenstätten erklären, es gibt aber auch regelmäßig geführte  Touren vor allem durch das sog. “Pueblo Bonito”.

Da Chaco Canyon recht weitläufig ist, kann man auch verschiedenste mehr oder weniger lange Spaziergänge bis Wanderungen unternehmen, jedoch sollte man beachten, dass wild campen (auch im Wohnmobil) nicht erlaubt ist, nur der parkeigene Campingplatz genutzt werden kann und andere Übernachtungsmöglichkeiten mindestens 60 Meilen entfernt liegen. ... 60 Meilen mag ja auf den ersten blick nicht so weit erscheinen, jedoch führt nur eine Split-Strasse von Norden her zum Chaco Canyon, so dass man mindestens 1 1/2 Stunden für diese strecke einplanen sollte.

Wenn man wirklich nur Pueblo Bonito besichtigen möchte, reicht es vielleicht aus, etwa 2 Stunden im Chaco Canyon einzuplanen. Um den wahren Reiz dieses Ortes zu spüren, sollte man sich allerdings deutlich mehr Zeit  nehmen und einige der angebotenen Rundwege nutzen. Dazu bietet es sich an, bereits früh morgens loszufahren und den ganzen Tag im Chaco Canyon zu verbringen, oder aber man übernachtet tatsächlich auf dem parkeigenen Campingplatz und nimmt sich gleich mehrere Tage Zeit.

Felsabsturz pueblo Bonito kleinWarum Chaco Canyon für Indianer solch ein ganz besonderer Ort ist, lässt man sich am besten von Indianern selbst erläutern. Eine interessante Anekdote findet man allerdings auch in dem kleinen Heftchen, welches Pueblo Bonito etwas näher beleuchtet:. Vor mehreren  Jahrhunderten bauten dort die sogenannten Anasazi verschiedene  Gebäudekomplexe, u.a. “Pueblo Bonito”. Dort gab es ursprünglich ca. 600 Räume und gerade dieser Gebäudekomplex  war erstaunlich dicht an eine große Felswand gebaut. Da in dieser Gegend die Felsen sehr stark der Erosion ausgesetzt sind, bestand ständig die Gefahr, dass Felsbrocken auf die Gebäude stürzen. Zum Schutz hatten die Indianer früher kleine “heilige” Stöcke zwischen den Gebäudekomplex und den Felsen in die Erde gesteckt und darauf vertraut, dass diese Stöcke  dank ihrer inneren Kraft den Felsen ab Absturz hindern werden.

Nachdem die Anasazi Chaco Canyon verlassen hatten, verfielen die Gebäude. Eines Tages entdeckten Archäologen diese Ruinen unter dem in der Zwischenzeit angesetzten Sand und starteten ihre Ausgrabungen. Dabei schlugen sie  alle Warnungen der in der Gegend lebenden Indianer in den Wind und  entfernten auch die “heiligen Stöcke”. Tja, und mitten in den Ausgrabungsarbeiten stürzte der Felsen plötzlich ab und begrub 30 der gerade frisch ausgegrabenen Räume unter  sich. ...Vorsichtshalber haben die Archäologen diesen Teil der Ausgrabungsstätte seitdem nicht mehr mehr verändert.

 

Mesa Verde National Park

Mesa Verde liegt im südwestlichsten Teil von  Colorado in der Nähe von Cortez. Dieser Nationalpark wurde errichtet, um die etwa 4000 archäologischen  Stätten dort, vor allem die ca. 800 Jahre alten, gut erhaltenen  Felsenwohnungen vorcolumbianischer Einwohner (so genannte Anasazi) zu  schützen. Die wohl beeindruckendsten dieser Felsenwohnungen sind Cliff  Palace und Balcony House. Beide kann man in geführten Touren  besichtigen, allerdings sollte man sich darüber klar sein, dass die Wege dort alles andere als rollstuhlgeeignet sind.

Cliff Palace erreicht man nur über eine steile Leiter in einer engen Felsspalte (linkes Bild) und um Balcony House zu sehen muss man durch enge Felsspalte (teilweise auch auf Knien kriechend), über steile Leitern und Wege entlang steiler  Felsen. Hat man diese Wege allerdings geschafft, sind die zu  besichtigenden Felsenwohnungen wirklich ausserordentlich beeindruckend.

Mesa Verde 1Mesa Verde 3Mesa Verde 4Mesa Verde 6

Kann man Cliff Palace und Balcony House nur in einer geführten Tour besichtigen, so ist Spruce Tree House durchaus selbständig zu erkunden. Dorthin ist dann auch der Weg bei weitem nicht so  abenteuerlich wie die Wege auf den geführten Touren. Und wer dann immernoch nicht genug hat, der kann auch das weitläufige Wandergebiet dieses National Parks nutzen.

 

Bandelier National Monument

Ebenfalls sehenswert ist Bandelier National Monument nordwestlich von Santa Fe. Auch hier gibt es wieder Ruinen und ehemals bewohnte Höhlen der Anasazi  zu besichtigen. Konnte man früher noch das ganze Jahr mit dem eigenen PKW bis an das für Touristen aufbereitete “Main Loop” im Frijoles Canyon heranfahren, muss man heute von Frühling bis Herbst einen kostenfreien Shuttlebus ab White Rock nehmen.

Die Hauptattraktion in Bandelier sind die Ruinen und Höhlenwohnungen am Main Loop. Hier sieht man Ruinen von relativ kreisförmig angelegten Räumen, die wohl vornehmlich als Vorratsräume genutzt wurden. Die Menschen selber wohnten eher in den Höhlenwohnungen in den nahegelegenen Felswänden. Holzleitern ermöglichen Touristen heute einige dieser Höhlenwohnungen auch von innen zu besichtigen.

Bandalier main loop ruinsBandelier Sumit in HoehleBadelier Hoehle

Wer möchte, kann auch noch etwas weiter bis hin zu einem zeremoniellen Raum, einem sog. Kiwa gehen. Der Weg dorthin ist allerdings alles andere als rollstuhlgerecht. Führt er zunächst noch relativ flach durch ein hübsches Waldstück, muss man am Ende nicht nur über 4 Holzleitern mit insgesamt etwa 140 Sprossen klettern, der Weg ist teilweise auch geradezu in den Fels hinein geschnitten, so dass sich ein natürliches Geländer aus Fels bildet und an manchen Stellen somit nicht viel breiter als 40/45 cm ist.

Das Kiwa selbst liegt in einer Art Felsnische und belohnt nach dem anstrengenden Weg dorthin mit einem wunderschönen Ausblick über den Frijoles Canyon. Bei meinem ersten Besuch dort konnte man auch noch wirklich in das Kiwa hineinsteigen und diesen zeremoniellen Raum mit all seiner Geschichte auf sich wirken lassen, beim letzten Mal war der Zugang leider versperrt.

Bandalier main loop Leiter klBandalier 4Bandalier 6

Eine andere Möglichkeit, Bandalier National Monument zu entdecken, sind verschiedene Wandermöglichkeiten sowohl flussauf- als auch flussabwärts  bis hin zum Rio Grande. Eine dieser Möglichkeiten, der sog. Falls Trail, führt auf knapp 4 km Länge innerhalb des Frijoles  Canyons 250 Höhenmeter bergab bis hin zum Rio Grande. Dabei folgt der Weg den Windungen des Canyons vorbei an zwei kleineren Wasserfällen, bis sich der Canyon zu einer Ebene öffnet, auf der man dann den Rio Grande erreicht. Unterwegs wechseln immer wieder Landschaftsbild und Vegetation, wodurch sich auch der Geruch immer wieder ändert und man kaum erwarten kann, was es hinter der nächsten wegbiegung alles zu entdecken gibt.

Ebenso reizvoll ist auch der Weg nach Upper Crossing, wo man  zunächst auf einer Canyonseite den Canyonrand erklimmt und diesem dann  flußaufwärts folgt. Später steigt man dann wieder in den Canyon ab, wo  der Weg flussabwärts direkt am Wasser entlang führt. Bei dieser abwechslungsreichen Wanderung  erlebt man sowohl die Weite der Hochebene als  auch die Enge des Canyons.

Bandalier 7Bandalier 8Aussicht in Bandelier

Westernfans unter den Lesern hier ist “BandalierAntional Monument” vielleicht auch schon im Abspann verscheidener Filme begegnet. Wer sich die Zeit nimmt, auch im übrigen Gebiet dieses Nationalparks Wanderungen zu unternehmen, wird vielleicht auch an verschiedenen Stellen vorbei kommen, die bereits als Filmlocation Verwendung fanden. Denn nicht nur am Main Loop auch im übrigen, recht weitläufigen Naturschutzgebiet findet man immer wieder Überreste alter Siedlungen, interessante Felsformationen und einfach filmreife Landschaften.

 

Die 19 Pueblos New Mexicos

In New Mexico findet man heute 19 Pueblos, von denen jedes einzelne seinen ganz eigenen Reiz hat. Im Grunde kann man jedes Pueblo das ganze Jahr über besuchen, einige sind dabei allerdings etwas attraktiver für Touristen als andere. Am schönsten ist es natürlich immer, wenn dort auch Veranstaltungen stattfinden, die auch für die nicht dem Pueblo angehörige Öffentlichkeit zugelassen sind. Wer sich diesbezüglich näher informieren möchte, findet sicherlich Informationen dazu im Internet, man kann sich aber auch an das Indian Pueblo Cultural Center in Albuquerque wenden, die Mitarbeiter dort helfen bestimmt gerne weiter.

Acoma PuebloDie zwei wohl bekanntesten dieser Pueblos seien hier aber auch kurz vorgestellt:
Da ist z.B. Acoma Pueblo (Sky City) etwas westlich von Albuquerque. Mindestens seit dem 11. Jahrhundert -  und nach Angaben der Bewohner noch viel länger - leben dort Indianer noch immer möglichst so wie vor vielen Jahren ohne Strom- und  Wasseranschluß. Es befindet sich auf einer großen Ebene mit mehreren Tafelbergen auf einem dieser Tafelberge in etwa 100 m Höhe über der Ebene.

Um dieses Pueblo zu besuchen, muss man sich als Tourist einer der geführten Touren anschließen. Auch fotografieren wird reglementiert, zum einen muss bei Mitnahme einer Kamera eine zusätzliche Gebühr entrichtet werden, zum anderen sind gewisse Bereiche wie u.a. der Friedhof oder zeremonielle Räume für Fotos ausgeschlossen. Aber da dies ja ein aktiv bewohntes Pueblo und nicht nur ein “lebendes Museum” ist, sollte sich ein gewisser Respekt vor den Gepflogenheiten und der Privatsphäre der Bewohner von selbst verstehen.

Acoma Abstieg 2Der Ausblick vom Pueblo über die Ebene ist grandios und auch nach jedem meiner bisherigen Besuche dort kann ich nur sagen, dass sich auch jede Führung dort immer wieder gelohnt hat.

Auch Acoma Pueblo war durchaus öfter Kulisse für verschiedene Hollywood-Filme. Dies ist auch der Grund, warum es heutzutage eine asphaltierte Strasse hinauf ins Pueblo gibt, denn die Filmcrews wollten dann doch nicht den durchaus beschwerlichen Weg durch die Felsen mit all ihrer Filmausrüstung nehmen müssen. Um einen Eindruck davon zu bekommen, was die Bewohner von Acoma Pueblo jedoch all die Jahre vorher da so nahezu täglich geleistet haben (schließlich fand man Jagdbeute, Baumaterial und ähnliches nur auf der Ebene), können Touristen heute nach Beendigung der geführten Tour den Weg zurück zu ihrem Auto auch gerne über den ursprünglich einzigen Zugang zu Acoma Pueblo durch die Felsen zurücklegen. Das ist zwar auch abwärts schon deutlich beschwerlicher als einfach die asphaltierte Strasse zu nehmen, aber für jeden, der keine körperlichen Beschwerden hat, durchaus zu empfehlen.

Taos PuebloEin anderes sehr bekanntes Pueblo ist Taos Pueblo. Wie der Name schon vermuten lässt, liegt es bei Taos, etwas nördlich von  Santa Fe am Fusse eines hohen Gebirges, welches sich auch gut zum  Wintersport eignet. Auch in diesem Pueblo leben noch Indianer so  ähnlich, wie ihre Vorfahren dies vor etwa 1000 Jahren taten. Geführte Touren werden zwar angeboten und sind für Besucher, die zum ersten Mal  in Taos Pueblo sind, auch durchaus sinnvoll, man kann das Pueblo aber  auch gerne selbst erkunden. (Das hat dann der Vorteil, dass man sich  auch ungestört etwas mehr Zeit nehmen kann, um mit den dort ansässigen  Menschen in Ruhe ins Gespräch zu kommen)

Das Pueblo teilt sich in einen nördlichen und einen südlichen Gebäudekomplex, geteilt durch den Fluss Rio de Pueblo de Taos. In beiden Teilen bieten Bewohner in Ihren Räumlichkeiten auch verschiedene Kunsthandwerke wie Töpferarbeiten, Schmuck, gewebte Teppiche u.ä. an, aber auch im Lehmofen gebackenes Brot oder CDs ortsansässiger Musiker sind hier zu finden.

 

Taos und Umgebung

Taos als solches hat natürlich mehr zu bieten als nur das Pueblo. Der Ort selbst besticht durch die vielen Künstlerateliers und Galerien, aber auch Musik wird in Taos groß geschrieben. Verschiedenste Bars bieten so gut wie jeden Abend Live-Musik und jeden Donnerstag spielt auch auf dem Plaza in Taos die ein oder andere Band live. Durch dieses aktive Nachtleben erwacht die Stadt allerdings morgens erst etwas später und selbst Frühstückslokale öffnen die Türen erst um 10:00 Uhr.

St James HotelDie Umgebung ist sehr abwechslungsreich und bietet sicherlich für jeden Geschmack die passende Aktivität. So gibt es in den nahegelegenen Bergen sogar Skigebiete, aber auch ohne Schnee wird es bestimmt nicht langweilig.

Bekannt ist z.B. das St. James Hotel in Cimarron. Liebevoll dekoriert in Stil des Wilden Westens verfügt die Rezeption über eine Käfig zum Schutz des Mitarbeiters wie damals eine Bank, im Durchgang zum Restaurant befindet sich ein alter Tresor, die Bar erinnert an einen alten Saloon und man sagt, die Löcher in der Decke des Restaurants seien noch die Einschusslöcher aus verschiedenen Schießereien damaliger Zeit.

Elk HerdeIm Maxwell National Wildlife Refuge in der Nähe von Maxwell ist es möglich, die unterschiedlichsten Tiere in freier Wildbahn zu sehen. Die Büffelherde, die recht regelmässig dort zu sehen sein soll, hat sich mir im Sommer 2015 leider nicht gezeigt, jedoch neben verschiedensten Wasservögeln, Libellen u.ä. auch zwei junge Steinadler, ein Marder und eine Herde Elk mit etwa 26 Tieren.

Leider war die Zeit dort recht beschränkt, da ich gemeinsam mit einem Freund nur für eine Tagestour von Taos aus unterwegs war, aber ich bin sicher, wenn man sich noch etwas mehr Zeit nimmt, kann man auch noch mehr Tiere dort entdecken.

Fenster Ghost RanchEin absolutes Highlight ist auch eine Fototour mit Steve Bundy (www.stevenbundy.com). Steve ist Fotograf und kennt die besten Plätze rund um Taos und irgendwo zwischen Santa Fe und Abiquiu. Gemeinsam mit einem Freund hatte ich eine 10-stündige Tour gebucht und unsere Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sie wurden deutlich übertroffen. Die Rio Grande Gorge Bridge ist ja Bestandteil vieler Sightseeingtouren rund um Taos. Den Blickwinkel, den Steve uns auf die Brücke zeigte, sehen allerdings nur wenige. Und so zeigte Steve uns nicht nur das Mabel Dodge Luhan House, die Kirche von Taos und eine kleine Missionsstation, wir sahen auch versteckte Plätze an einem Fluss, beeindruckende Felsformationen, einen Hang mit lauter Felsbrocken, von denen ungewöhnlich viele historische Petrographien zeigten, die weissen Felsen von Plaza Bianca, wo auch Szenen des Films Cowboys & Aliens gedreht worden waren, die Berge und die Blockhütte eingangs der Ghost Ranch (auch eine Location vieler Hollywood-Filme) und zum guten Schluss auch noch einen  sehr schönen Sonnenuntergang. ... Tja, und nun kann ich mich kaum entscheiden, welche der vielen super schön gewordenen Fotos ich nun schlussendlich zu einem Album zusammenfasse.

 

Albuquerque

Wie jede grössere Stadt bietet selbstverständlich auch Albuquerque viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und kulturelle Veranstaltungen. Zwei ganz besondere Veranstaltungen sind das Gathering of Nations im April und die Baloon Fiesta im Oktober.

Das Gathering of Nations ist das wohl grösste Powwow der USA, um nicht zu sagen der ganzen Welt, schliesslich gibt es ausserhalb der USA (und Kanada) keine Powwows, höchstens Veranstaltungen irgendwelcher Re-enactoren oder selbsternannter “Indianer” europäischer Herkunft. Aber ein Powwow sieht vielleicht aus, wie ein fröhliches Tanzfest in bunten Klamotten zu Trommelklängen und Gruppengesang, aber ein richtiges Powwow ist weit mehr. Selbst Wettbewerb-Powwows haben einen grossen spirituellen Anteil, selbst wenn dieser nicht jedem gleich ins Auge springt, weil offensichtlich zeremonielle Riten zelebriert werden, vieles dort spielt sich eher “hinter den Kulissen” oder aber in den einzelnen Personen selber ab. ... Ja, ich weiss, die Leute, die ihre europäische Veranstaltung “Powwow” nennen, behaupten auch immer, dass dies bei ihren Veranstaltungen genauso wäre, das ist in meinen Augen aber absolut nicht der Fall und höchst anmassend. Ein richtiges Powwow ist vergleichbar mit einem Gottesdienst und da findet es die Gesellschaft ja auch unangebracht, einen Gottesdienst einfach nur zu spielen oder von Leuten leiten zu lassen, die dafür gar nicht autorisiert sind.

Zurück zum Gathering of Nations. Wie gesagt, das wohl grösste Powwow der USA, bei dem die Indianer von überall her anreisen - auch aus Kanada und Azteken aus Südamerika - so dass die Veranstaltung ein ganzes Stadion (“The Pit”) mit ca. 20.000 Sitzplätzen füllt. Das Spielfeld ist gerade beim Grand Entry (ein Tanz, der die Veranstaltung eröffnet und bei dem alle Tänzer gleichzeitig auf der Tanzfläche sind) komplett voll und es herrscht eine ganz einzigartige Atmosphäre. Durch all die angereisten Gäste ist Albuquerque und Umgebung selbstverständlich komplett ausgebucht, wer sich diese Veranstaltung also ansehen möchte, sollte möglichst früh buchen und damit rechnen, dass die Preise für dieses Wochenende im April deutlich ansteigen.

Ähnliches gilt auch für die Balloon Fiesta Anfang Oktober. Auch hier ist Albuquerque und Umgebung komplett ausgebucht, selbst bei den deutlich erhöhten IMG_1121 kleinPreisen und man sollte frühzeitig buchen. Zur Balloon Fiesta treffen sich bis zu 700  Heissluftballonpiloten mit ihren Teams und veranstalten das weltweit  größte Heissluftballonfest. Während der Dämmerung werden die Ballons  erleuchtet und am Wochenende heben alle Ballons morgens beim ersten  Sonnenschein mehr oder weniger gleichzeitig ab und starten zu  verschiedenen Wettbewerben.

Dieser Massenstart morgens ist durchaus spektakulär, wer aber meint, er könne das Eintrittsgeld für das Startfeld sparen und die Ballons aus der Anhöhe der Sandia Hills beobachten, der dürfte am Schluss sehr enttäuscht sein. Die Winde in Albuquerque sind nämlich meistens so, dass die Ballons zwar abheben, dann aber gar nicht so hoch steigen sondern eher flach über dem Boden schweben, bis sie um die Sandia Hills herum sind. Erst dann steigen sie weiter auf, dabei verteilen sie sich allerdings, so dass das beeindruckende Bild der vielen Ballons gleichzeitig, das man vom Startfeld aus sehen kann, von ausserhalb deutlich an Spektakularität verliert.

Gerade zu Zeiten dieser besonderen Veranstaltungen bieten selbstverständlich auch andere, das ganze Jahr geöffnete Veranstaltungsorte in Albuquerque, besondere Attraktionen. Was ich immer wieder gerne besuche - auch ausserhalb dieser besonderen, o.g. Wochenenden - sind das Indian Pueblo Cultural Center, der Zoo, das Aquarium und das Rattlesnake Museum

Deer DancerDas Indian Pueblo Cultural Center beheimatet zum einen ein interessantes Museum zu den 19 Pueblos New Mexicos, zum anderen ständig wechselnde Ausstellungen indianischer Künstler / Kunsthandwerker. Jedes Wochenende finden auch unterschiedliche Demonstrationen indianischer Kultur statt. Sind dies an normalen Wochenenden vornehmlich Indianer aus den umliegenden Pueblos, Apache oder Navajos (den anderen in New Mexico ansässigen Indianernationen) beschränkt sich dies an den besonderen Wochenenden natürlich nicht nur darauf, sondern ist deutlich umfangreicher. Da werden dann auch gerne Tänze vorgestellt, die heutzutage auf Powwows zu sehen sind. Aber egal bei welcher Vorführung, immer wird grosser Wert darauf gelegt, möglichst viel über die Herkunft und den kulturellen Hintergrund dieser Tänze, Gesänge und Musik zu vermitteln. Ist man also in Albuquerque, gibt es wohl kaum eine bessere Gelegenheit, kompakt und umfassend über indianische Kultur informiert zu werden, als das Indian Pueblo Cultural Center.

Zugegebener Massen sind Zoo und Aquarium jetzt nicht wirklich aussergewöhnlich, aber sie sind durchaus eine nette Abwechslung. Ausserdem liegen sie in fussläufiger Entfernung von Old Town, dem alten Kern von Albuquerque, der so der Hauptanziehungspunkt für Touristen ist, die sich mal “Downtown Albuquerque” anschauen möchten. Parken ist in Old Town allerdings immer schwierig, die Parkplätze, die ich bisher fand, waren nicht nur kostenpflichtig, die Höchstparkdauer reicht für meine Zwecke auch nicht aus. Wenn ich nämlich nach Old Town gehe, dann ist ein Besuch im Rattlesnake Museum unausweichlich. (Deshalb buche ich gerne ein kleines Hotel gleich in Old Town, dann kann ich die für mich interessanten Punkte zu Fuss erreichen und lasse mein Auto einfach beim Hotel stehen.)

Rattlesnake MuseumDas Rattlesnake Museum liegt in unmittelbarer Nähe zum Plaza in Old Town Albuquerque. Eigentlich ist es recht klein, ICH kann jedoch jederzeit mehrere Stunden dort verbringen, ohne dass mir langweilig wird. Die Schlangen dort sind selbstverständlich in Terrarien, den ganzen Tag werden aber auch Videos gezeigt, die viel Informatives über Schlangen - und teilweise auch andere Reptilien - zeigen. So gegen 10 Uhr morgens und 2 Uhr nachmittags werden auch Schlangen gefüttert. Nicht alle gleichzeitig, meist nur mal die einen, mal andere und beim nächsten Mal noch andere, aber interessant zuzuschauen ist es trotzdem immer wieder. Allerdings findet die Fütterung nicht immer ganz strikt genau zu den angegebenen Zeiten statt. Es ist also immer hilfreich, mal mit Bob, dem Besitzer zu sprechen, damit man seine Besuchszeit vielleicht auch mit der Fütterungszeit entsprechend abstimmen kann.

Sehr interessant sind auch immer wieder die Vorträge und Lernprogramme, die das Rattlesnake Museum für Schulklassen anbietet. Und wenn die Gruppe nicht zu gross ist, dann ist es auch kein Problem, als Tourist gleich mit teilzunehmen.

 

Santa Fe

Santa Fe ist zwar die Hauptstadt New Mexicos, aber ansonsten ein relativ kleiner Ort. Mit etwa 200 Galerien gehört Santa Fe allerdings zu den  bedeutendsten Orten der amerikanischen Kunstszene und das Stadtbild  ist geprägt von Bauten im traditionellen Pueblo-Baustil, wodurch sich eine gemütliche und für Touristen sehr anziehende Atmosphäre ergibt.  Gerade abends wird in vielen der zahlreich vorhandenen Bars und  Restaurants Live-Musik angeboten. Tagsüber kann man entweder durch die  verschiedenen Galerien oder Museen streifen oder auch unterschiedliche Tagesausflüge unternehmen.

Ein absolutes Grossereignis ist jedoch der Santa Fe Indian Market am dritten Wochenende im August. Ähnlich wie beim Gathering of Nations in Albuquerque (siehe oben) kommen hier Indianer aus ganz USA und Kanada zusammen. Hauptattraktion ist allerdings nicht ein Powwow sondern Künstler und Kunsthandwerker der Santa Feunterschiedlichsten Sparten bieten ihre Waren zum Kauf an. Dabei darf allerdings nicht jeder teilnehmen, die Künstler müssen sich bewerben und einen gewissen Qualitätsstandard erfüllen. In den einzelnen Sparten werden die Besten gekürt (und mit Schleifen entsprechend ihrer Plazierung geehrt), so dass die ausgestellten und angebotenen Waren qualitativ sehr hochwertig sind. Trotzdem schaffen es sehr viele Aussteller, einen der begehrten Verkaufsstandplätze zu bekommen. Der ganze Plaza und mehrere Strassen rund um den Plaza sind zu beiden Seiten gesäumt von Künstlern und ihren entsprechenden Angeboten. Nebenher gibt es selbstverständlich viele Unterhaltungsangebote auf verschiedenen Bühnen oder mitten unter den Besuchern des Indian Market. Da gibt es Tanzvorführungen, Musikdarbietungen, aber auch Modenschauen mit sowohl traditioneller als auch zeitgenössischer Mode (wobei die Designer, Musiker und Tänzer selbstverständlich auch alle Indianer sind). Aber das Wichtigste auf diesem Indian Market ist das gemeinsame Miteinander. Und so verwundert es auch überhaupt nicht, wenn selbst so bekannte Persönlichkeiten wie Wes Studi (Der mit dem Wolf tanzt, Der letzte Mohikaner, Geronimo, The Lone Ranger, A Million Ways to Die in the West u.v.m.) oder Zahn McLarnon (Renegade, Lakota Moon, Into the West, Longmire, Mekko u.v.m.) sich völlig unspektakulär mitten unter die Leute mischen.

Leider haben sich die Organisatoren des Santa Fe Indian Market zerstritten und in zwei Lager geteilt. Deshalb gibt es nun zum einen den SWAIA Indian Market, der wie beschrieben im Zentrum von Santa Fe stattfindet, und parallel dazu den IFAM Indian Market, bei dem die Aussteller sich in der Nähe des Bahnhofes präsentieren. IFAM ist deutlich keiner als SWAIA, jedoch lohnt es sich, beide Märkte zu besuchen. Dabei hilft auch der kostenfreien Shuttlebus zwischen Plaza und Bahnhof, wobei der Fussweg von einem zum anderen Markt auch nur ca. 15 Minuten dauert.

Auch während des Indian Markets sind die Übernachtungsmöglichkeiten sowohl in Santa Fe als auch in der Umgebung von Albuquerque bis Taos trotz der auch hier wieder deutlich erhöhten Preise komplett ausgebucht. Deshalb gilt auch für den Indian Market: am besten frühzeitig buchen! 

 

Carlsbad Caverns

Carlsbad Caverns 1Im Süd-Osten New Mexicos liegt der kleine Ort Carlsbad mit seiner berühmten Tropfsteinhöhle Carlsbad Caverns. diese Tropfsteinhöhle ist RIESIG, so dass man besser einen ganzen Tag dort einplant. Durch die Sandsteinfelsen, bei denen durch das durchlaufende Wasser auch immer brauner Sand mit ausgewaschen wird, sind die Tropfsteingebilde jetzt zwar nicht so schön weiss, wie man es vielleicht aus anderen Tropfsteinhöhlen kennt, sondern wirken eher etwas dreckig, aber die Gebilde als solche sind unheimlich vielfältig und die einzelnen Räume beeindruckend groß.

Um das Zentrum dieser Höhle zu sehen, kann man entweder einen Aufzug nehmen, oder aber man geht einen etwa 1,5 Meilen langen Fussweg, der auf diesen 1,5 Meilen dann auch noch 750 Höhenmeter überwindet. Dann hat man die Wahl, entweder nur den großen Raum im Zentrum zu erkunden, oder aber man schließt sich einer geführten Tour z.B. der King´s Palace Tour an (oben im Visitor Center zu buchen und sehr empfehlenswert!). Diese King´s Palace Tour führt einen dann nochmal etwa 80 Höhenmeter tiefer in den Berg.

Auf der King´s Palace Tour sind allerdings Stative für Fotografen leider nicht erlaubt, während sie sich für den Rest der Höhle durchaus anbieten.

 

White Sands National Monument

Ebenfalls im Süden New Mexicos liegt White Sands etwa 25 km südwestlich von Alamogordo. Auf einem ca. 700 km² grossen Areal haben sich aus sehr gipshaltigem Sandboden White Sands PSDünen gebildet, die aufgrund des ständigen Wiindes auch immer wieder ihr Aussehen ändern.  Der hohe Gipsgehalt verleiht dem Sand seine weisse Farbe, was ihn wie Schnee aussehen lässt und man unwillkürlich glaubt, es müsse auch kalt und die Strasse glatt sein, wenn man aus dem Auto steigt. Für Touristen wurde eine Asphaltstrasse angelegt mit verschiedenen Möglichkeiten für eine kurze Rast, einen kleinen Spaziergang oder auch eine längere Wanderung durch die Dünen. Da der Wind den Sand auch auf diese Strasse weht, sind ständig Fahrzeuge unterwegs, die aussehen wie Schneeräumfahrzeuge und kaum, dass sie an der einen Stelle den weissen Sand beiseite geräumt haben, an anderer Stelle sich bereits eine neue Sandwehe gebildet hat.

Bieten die meisten Haltepunkte nur recht kurze Spaziermöglichkeiten, so gibt es auch einen Wanderweg, der laut Ausschilderung etwa 2 1/2 Stunden in Anspruch nehmen soll. Allerdings sollte man dabei bedenken, dass diese Wanderweg ausschließlich die Dünen rauf und runter geht, das Gehen als solches also deutlich anstrengender ist als auf normalen Wanderwegen. Auch die starke Sonneneinstrahlung, die durch den weissen Sand sofort reflektiert wird, sorgt für zusätzliche Wärmestrahlung von unten.

Der Weg ist zwar durch in den Sand gesteckte Stangen mit dem oberen Bereich in Signal-Orange markiert, jedoch ist manchmal von der einen Stange aus die nächste nicht immer deutlich sichtbar. Ausserdem ist es empfehlenswert, den markierten Rundweg gegen den Uhrzeigersinn zu absolvieren, dann geht man die Dünen nämlich an der flacheren Seite rauf und an der Steileren Seite weider runter, andersrum ist zwar machbar, aber eben NOCH anstrengender.big_schwitz

 

Page und Umgebung

Ganz im Norden Arizonas liegt der Ort Page. Die Umgebung ist geprägt von unterschiedlichsten besonderen Felsformationen. Die wohl bekanntesten sind Antelope Canyon und Horseshoe Bend. Während man den Aussichtspunkt für Horseshoe Bend jederzeit kostenfrei besuchen kann, werden Touren durch Antelope Canyon gegen entsprechendes Entgelt angeboten.

Secret Canyon 2Als ich 2013 jedoch mit einem Freund in der Gegend war, haben wir es vorgezogen, anstelle des touristisch überlaufenen Antelope Canyons lieber andere Ausflugsmöglichkeiten zu nutzen.

Secret Canyon ist ähnlich wie Antelope Canyon ein sogenannter “slot canyon”, es gibt also einen relativ schmalen Weg zwischen hohen Felswänden. Da solch ein Weg über die Jahrhunderte von dort entlang fliessendem Wasser geformt wurde, sind die Wände glatt geschliffen, immer wieder sieht man Aushöhlungen, die von Wasserwirbeln geschaffen wurden, und die Felsen haben sehr interessante Formen.

Dabei sind die Sandsteinfelsen zunächst relativ unspektakulär braun, bei langen Belichtungszeiten zeigen sie jedoch das für diese Canyons so bekannte Orange in allen Farbnuancen. Da mein Freund und ich im Januar, also abseits der sommerlichen Hochsaison, Page besuchten, und uns für einen der nicht ganz so touristisch aufbereiteten Canyon entschieden hatten, waren wir mit unserem Touristenführer alleine und hatten somit alle Zeit der Welt, genau die Fotos zu machen, die wir wollten.

Horseshoe Bend gestiched kleinHorseshoe Bend zu besuchen lohnt sich zu jeder Tageszeit das ganze Jahr über. Über viele Jahrtausende hat sich der Colorado River tief in die Felsen geschliffen und bildet am Horseshoe Bend die so berühmte ca. 180°-Wende, wodurch das Wasser inmitten der Felsen von oben betrachtet aussieht, wie ein Hufeisen.

Durch verschiedene Sonnenstände zu den unterschiedlichen Tageszeiten oder auch andere Wetterbedingungen sehen die Felsen und das Wasser immer wieder anders aus, so dass auch der wiederholte Besuch immer wieder lohnt.

Horseshoe Bend PanoramaLeute mit Höhenangst könnten allerdings Probleme bekommen, wenn sie ähnliche Fotos wie das kleine hier oben rechts aufnehmen möchten. Dazu muss man nämlich dicht an die Felskante heran und wenn man dann so sieht, wie rundherum Felsnasen hervorstehen, fragt man sich unweigerlich, wie stabil die eigene Standfläche wohl gerade ist.

 

South Coyote Buttes 4Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel in der Umgebung von Page ist Vermillion Cliffs. Dies ist ein weitläufiges Gebiet mit unterschiedlichen, sehr interessanten und farblich sehr abwechslungsreichen Felsformationen. Hier bildeten sich die Formationen allerdings weniger durch fliessendes Wasser als durch die Erosion aufgrund von Wind und Regen.

Selbstverständlich werden auch hierfür unterschiedliche geführte Touren angeboten. Bei der South Coyote Butts Tour offenbaren die Felsen ihre schönsten Farben besonders bei Sonnenschein, jedoch kann es auch sehr interessant sein, bei anderen Witterungsverhältnissen Vermillion Cliffs zu besuchen. So hatten wir im Januar 2013 so gut wie alle möglichen Wetter- und Lichtverhältnisse: strahlenden Sonnenschein, leichten Schneefall, Schneegestöber mit starkem Wind, der die Flocken nahezu waagerecht vor sich her trieb, plötzlich wieder aufreissenden Himmel mit erneut strahlender Sonne usw. Lag also ein Felsen gerade nicht wirklich günstig zu fotografieren irgendwie im Schatten, warteten wir einfach ein paar Minuten, dann waren die Lichtverhältnisse wieder anders.

Allerdings ist auch der Besuch der Vermillion Cliffs reglementiert. Eine Genehmigung für solche Wandertouren erhält man im Büro des Forest Service von Kanab, Utah. Das klingt zunächst sehr umständlich - ist es auch - jedoch lohnt sich die Fahrt, gibt es doch auch interessante Orte unterwegs zu sehen.

Karte permit Tour beschriftet g

Neben sehr schönen Ausblicken auf die unterschiedlichsten Felsformationen, offenen Ebenen und schmalen Bergwegen gibt es z.B. Cliff Dwellers Lodge. Durch die unterschiedlichen Härtegrade der einzelnen Gesteinsschichten der Felsen, sind über die Jahrhunderte/Jahrtausende die weicheren Schichten erodiert und nur die härteren Schichten übrig geblieben. Dadurch bilden sich die ungewöhnlichen Felsformationen, die dann auch so etwas wie ein Dach bilden, unter dem man Lagerräume oder sogar ein Dach bauen kann, oder aber so eigentümliche Gebilde wie hier im mittleren Bild, wobei das rechte Bild mit meinem Bekannten auch mal die Größenverhältnisse zeigt.

Cliff Dwellers Lodge 4Cliff Dwellers Lodge 1Cliff Dwellers Lodge 5

Und für alle, die sich wundern, dass auf der Karte oben auch der Ort Lechee so hervorgehoben ist, nach Lechee fährt man, wenn man z.B. Waterholes Canyon besichtigen möchte.  Waterholes Canyon selbst liegt in der Nähe von Horseshoe Bend und kann jederzeit kostenfrei für Wandertouren genutzt werden. Wenn man jedoch sein Auto in der Nähe parken möchte (auf dem einzigen Parkplatz, von dem man Waterholes Canyon fussläufig erreichen kann), dann braucht man ein sogenanntes “Backcountry Permit” und das gibt es eben in dem Örtchen Lecheee.

Waterholes Canyon 4Den Pakrplatz zu Waterholes Canyon findet man ja noch ganz gut, den eigentliche Eingang zum Canyon ... nicht so. Ist man einmal unten auf dem Canyon Boden angelangt, läuft es sich in die eine Richtung (nach links) auch erstaunlich gut, aber bis man erst mal den Canyon-Boden erreicht, ist es eine - bei matschigem Boden durchaus rutschige - Kletterpartie. Der Weg nach links (die eigentlich laut Permit vorgesehene Strecke) ist recht flach. Man sieht auch ein paar durch Wasser schön geformte Felsen, aber diese sind nur in Bodennähe bis maximal hüfthoch und da der Rest der Felsen recht offen und weit ist, ist dort einfach zu viel Licht, als dass man den Trick der langen Belichtungszeiten wie bei den ausgesprochenen Slot-Canyons Waterholes Canyon 6anwenden könnte, um die unterschiedlichen Farben der Felsen sichtbar zu machen

Geht man jedoch vom Canyoneinstieg nach rechts, so gelangt man zunächst zu einem Autowrack, was vor vielen, vielen Jahren auch recht malerisch zwischen den Felsen eingeklemmt war, heutzutage jedoch recht unspektakulär am Boden liegt. In dieser Richtung liegen die Felswände auch deutlich enger zusammen, was durchaus interessantere Einblicke liefert als der Weg in die andere Richtung, aber recht bald kommt dann eben auch eine Stelle, wo man, wie mein Bekannter hier im Bild links, nur noch ungläubig in die Felsspalte (rechtes Bild) schaut und meint “Bist Du sicher, dass wir DA lang wollen?” nein Nein, wollten wir nicht. Die Spalte ist nämlich in etwa so breit wie meine Hüfte und schätzungsweise 5 - 6 Meter tief. Wohl nicht umsonst gibt es dort auch eine in den Fels eingeschlagene Metallstange, an der man ein Seil zum Abseilen befestigen könnte ... was wir aber nicht hatten und ohne jemanden, der sich damit auskennt, auch nicht probieren wollten.

 

Monument Valley

Wer in den Südwesten der USA reist, sollte selbstverständlich auch mal in Monument Valley, Utah, gewesen sein. Bisher habe ich es zwar immer nur bis zur Terrasse des Visitor Centers geschafft, aber was man diesen Bildern

Monument ValleyMonument Valley 2

nicht ansieht, ist der plötzliche Wetterumschwung 2013. Hatte ich im einen Moment noch Wetter wie auf dem Foto, zog sich danach der Himmel deutlich zu, dunkelgraue Wolken reichten bis fast an den Boden und an der Unterkante der Wolken sah es dunkel ausgefranst aus ... offensichtlich lokale Schneeschauer. Und etwa eine Viertelstunde nach Aufnahme des rechten Bildes tobte ein wildes Schneegestöber um mich herum. Da wir schon Nachmittag hatten und auch für den nächsten Tag ständiger Schneefall angesagt war, bin ich dann lieber wieder weiter gefahren und hoffe nun auf diesen Sommer. Schneefall ist dann wohl kaum zu erwarten und ich habe hoffentlich genügend Zeit eingeplant, das Tal dann auch ausgiebig zu erkunden.

Grand Canon

Nördlich von Flagstaff in Arizona gelegen ist der Grand Canyon. Dies ist eine steile, etwa 450 km lange Schlucht, die während Jahrmillionen vom Colorado  River ins Gestein des Colorado-Plateaus gegraben wurde und zwischen 6  und 30 km breit und bis zu 1800 m tief ist. Was mich am meisten  beeindruckt hat, war das ständig wechselnde Farbenspiel der Sonne auf  den Canyonwänden. Durch die verschiedenen und über die Jahrmillionen  erodierten Gesteinsschichten weisen die Wände schon viele Farben auf,  die durch den Wechsel von Sonne und Schatten noch viel deutlicher zum  Ausdruck kommen. Leider habe ich noch kein Foto gefunden, was dieses  Farbenspiel wirklich wiedergibt. Interessierten bleibt also nichts  anderes übrig, als selbst dorthin zu fahren.

Eine, wie ich finde, extrem reizvolle Art, den Canyon zu sehen, ist aus  der Luft. Hierzu werden von verschiedenen Unternehmen Helikopterflüge  angeboten, die vom Südrand des Canyons in der Nähe von Grand Canyon  Village starten. Und wenn man dann noch das Glück hat, wie ich direkt vorne neben dem  Piloten eigentlich nur von Glas umgeben zu sitzen, ist der Ausblick  einfach grandios. Es ist zugegebener Massen nicht gerade die billigste  Art, den Canyon zu erleben, dafür aber eine wirklich lohnenswerte.

Grand Canyon Flug 1Grand Canyon Flug 2Grand Canyon Flug 3

Eine andere Art, den Canyon zu erleben, ist eine Wanderung entlang des  Bright Angel Trails in den Canyon hinein. Da Ich nicht gerade ein geübter  Wanderer bin, bin ich bisher nur ein relativ kurzes Stück bis zum ersten  Rastplatz gegangen. Der Weg runter ist ja noch recht einfach, aber ich wusste ja, dass ich das gleiche Stück dann auch wieder rauf musste. (Im Nachhinein muss ich allerdings zugeben, dass diese Wanderung echt viel  Spass gemacht hat und höchstwahrscheinlich der Anstoss war, warum ich nach diesem Urlaub dann doch angefangen haben, auch mal häufiger zu  wandern.)

Grand Canyon Trail 1Grand Canyon Trail 2Grand Canyon Trail 4

Da der Grand Canyon ein überaus  beliebtes Touristenziel ist und die meisten Touristen dafür in Grand  Canyon Village ihre Erkundungstouren starten, war natürlich auch der  Wanderweg eher überlaufen. Ich habe mir jedoch sagen lassen, dass, je  tiefer man in den Canyon hinab kommt, desto weniger Touristen laufen einem über den Weg.  ... oder aber man nutzt die - ebenfalls von Touristen viel frequentierten - Aussichtspunkte am Canyonrand. Gerade Sonnenauf- und -untergang sorgen für ein einmaliges Farbenspiel an den Felswänden.


 

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